Du denkst, Du hättest Liebe verstanden?
Schauen wir mal…
Für mich gibt es drei Arten, über die wir sprechen müssen: Verliebtsein, Liebe und Sex. Jedes davon steht für sich. Zusammen jedoch wird’s erst richtig wundervoll.
1) Verliebtsein – der schöne Ausnahmezustand
Verliebtsein ist dieser unmögliche Cocktail aus Hormonen, Fantasie und Fokus. Es fühlt sich an wie ein Dauer-Sonnenaufgang im Bauch. Es hebt Grenzen auf, macht mutig – und sorgt überhaupt erst dafür, dass zwei Menschen sich wirklich kennenlernen.
Warum das Hirn das macht (kurz & nützlich)
In der frühen Anziehung feuern vor allem Dopamin (Belohnung/Antrieb) und Noradrenalin (Wachheit/Spannung). Adrenalin liefert den Herzklopf-Boost, Serotonin rutscht manchmal etwas ab – daher die „rosa Brille“ mit Obsessionstendenz. Evolutionär praktisch: Wir überwinden Anfangshemmungen, investieren Zeit, testen Nähe. Und ja: Der Rausch flaut meist ab – nicht, weil „etwas kaputt“ ist, sondern weil das Nervensystem nicht dauerhaft auf Festival laufen kann – oder auch einfach, weil der Anfangreiz „normal“ wird.
Kurzfassung: Verliebtsein = Rausch + Fokus + Mut zum Kennenlernen.
2) Liebe – gewachsen oder „instant“, aber immer tragfähig
Liebe kann aus Verliebtsein wachsen – jeden Tag ein bisschen, durch Alltag, Krisen, Rituale. Liebe kann auch instant einschlagen, z. B. bei Müttern ab Sekunde 1 nach der Geburt: Bindung als Vollprogramm. In beiden Fällen ist Liebe kein Nebel, sondern ein Geflecht aus Entscheidungen, Verantwortung und Zuneigung. Und dabei ist es egal, ob es sich um gleichgeschlechtliche, verschiedengeschlechtliche Personen handelt oder vielleicht sogar um die Liebe zu einem Haustier oder Gegenständen.
Was Liebe für mich bedeutet … (u. A.):
- Sich aufgehoben fühlen. Ein inneres „Zu Hause“ im Blick des anderen.
- Verstanden werden. Nicht immer einer Meinung, aber auf der gleichen Seite.
- Verantwortung genießen. Für den anderen da sein wollen – nicht müssen.
- Freude am Füreinander. Hilfe anbieten, ohne Rechnung. Nähe, die leise stark ist.
- Wachsen dürfen. Fehler machen, verzeihen, dazulernen.
- Sicherheit & Freiheit zugleich. Halt geben, ohne Fesseln anzulegen.
- Loyalität. Ich vor Wir? Gerne mal. Aber am Ende zählt: Wir.
Liebe schließt das Gefühl des Verliebtseins nicht aus – sie trägt es weiter.
Nach 18 Jahren mit Yvi kann ich Dir sagen: Ich bekomme noch immer Schmetterlinge, wenn ich sie sehe oder sie in den Arm nehme. Das ist Glück in Reinform.
Kurzfassung: Liebe = Bindung + Entscheidung + Wärme – nachhaltig statt nur high.
3) Sex – Körper, Kopf & Kommunikation
Sex ist nicht bloß Mechanik oder „Technikfragen“. Sex ist Körpersprache, Ventil und oft Bindungsverstärker. Und ja: Sex kann ohne Verliebtsein und ohne Liebe passieren – als hormoneller Ausgleich, Stressabbau, Spiel mit der eigenen Lust. Wichtig sind für mich drei Dinge:
- Einvernehmlichkeit. Ein klares, begeistertes Ja auf allen Seiten.
- Legalität & Respekt. Grenzen achten, niemanden schädigen, niemanden belästigen.
- Ehrlichkeit mit Dir selbst. Was tut Dir gut? Was brauchst Du wirklich?
Wenn Dein Körper sagt „Horny!“, dann sagt er „Horny!“ – und Du bist Horny. PUNKT!
Wie Du diesen Ausgleich findest, ist Deine Sache – solange es verantwortungsvoll passiert. Und wenn Du danach glücklich, sabbernd und total erledigt in der Ecke liegst: Mission accomplished.
Kurzfassung: Sex = Nähe + Spiel + Ventil – kann solo stehen, glänzt mit Kontext.
Warum nun dieser Text? Weil ich mich umgucken und oft unglückliche Menschen sehe. Die einfach zu viel voneinander erwarten und dann in der Beziehung scheitern. Und manchmal brauchen
Wie die drei zusammenwirken
Stell Dir drei Kreise vor:
- Verliebtsein bringt Energie & Neugier.
- Liebe bringt Tiefe & Verlässlichkeit.
- Sex bringt Körperlichkeit & Verspieltheit.
Jeder Kreis kann für sich existieren.
Zu zweit wird’s richtig gut (z. B. Liebe + Sex = Nähe mit Feuer; Verliebtsein + Sex = Fun mit Drive; Verliebtsein + Liebe = warmes Hochgefühl).
Alle drei zusammen sind für mich die Königsdisziplin: feurig, sicher, lebendig.
Das Besondere bei Yvi und mir: Der Mix ist bei uns gegenseitig. Ich bin nicht nur (wieder) total verliebt; ich liebe sie – und würde fast alles für sie tun. Ihr Wohlergehen (und das unserer Kinder) geht vor. Jeden Tag versuche ich, ihr Leben schöner zu machen.
Fazit
Verliebtsein, Liebe und Sex sind nicht dasselbe – jedes kann für sich selbst stehen.
Verliebtsein öffnet Türen, Liebe richtet das Zuhause ein, Sex lässt uns darin lebendig sein. Alle drei sind wertvoll. Zusammen sind sie ein kleines Wunder.
Wie siehst Du das?
— EinfachBernie

