{"id":375,"date":"2026-11-01T03:00:00","date_gmt":"2026-11-01T03:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/einfachbernie.de\/?p=375"},"modified":"2026-11-02T14:40:34","modified_gmt":"2026-11-02T14:40:34","slug":"zucker-die-legale-droge-warum-tabak-teurer-wird-aber-suessigkeiten-verschont-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/einfachbernie.de\/?p=375","title":{"rendered":"Zucker \u2013 die legale Droge? Warum Tabak teurer wird, aber S\u00fc\u00dfigkeiten verschont bleiben"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-code\"><code><em>Ein Diabetiker \u00fcber seine Liebe zu S\u00fc\u00dfigkeiten, die Milliardenkosten unserer Ern\u00e4hrung und die Frage, wie viel uns die Gesundheit unserer Gesellschaft tats\u00e4chlich wert ist.<\/em><\/code><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit diesem Artikel und insbesondere mit meinen Gedanken und m\u00f6glichen Forderungen polarisieren werde. Vielleicht werde ich damit sogar einige Menschen ganz bewusst provozieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber manchmal muss man unbequeme Fragen stellen. Gerade dann, wenn es um unsere Gesundheit, gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Interessen geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und eine solche Frage besch\u00e4ftigt mich seit einigen Tagen ganz besonders.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland bekommt voraussichtlich eine Zuckersteuer. Am 14. Oktober 2026 hat die Bundesregierung entsprechende Pl\u00e4ne auf den Weg gebracht. Einen Tag sp\u00e4ter beschloss der Bundestag eine weitere deutliche Erh\u00f6hung der Tabaksteuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Ma\u00dfnahmen werden unter anderem mit dem Gesundheitsschutz begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend beim Tabak jedoch seit Langem umfangreiche staatliche Eingriffe akzeptiert werden, beschr\u00e4nkt sich die geplante Zuckersteuer auf bestimmte Getr\u00e4nke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aber warum eigentlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist Zucker in S\u00fc\u00dfigkeiten weniger problematisch als Zucker in Getr\u00e4nken? Sind Geb\u00e4ck, Schokolade und Weingummi pl\u00f6tzlich ern\u00e4hrungsphysiologisch unbedenklich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder ist die tats\u00e4chliche Frage vielleicht eine ganz andere: Wie weit sind wir als Gesellschaft bereit zu gehen, wenn Gesundheitsschutz wirtschaftliche Interessen ber\u00fchrt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich versuche, diese Fragen wissenschaftlich zu beantworten, m\u00f6chte ich allerdings etwas Pers\u00f6nliches erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ich bin eine Naschkatze. Und ich bin Diabetiker.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich liebe S\u00fc\u00dfigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weingummi, Schokolade, Muffins \u2013 ich bin eine echte Naschkatze. Und das ist keineswegs nur eine niedliche Selbstbeschreibung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab Zeiten, da geh\u00f6rten eine T\u00fcte Weingummi, Schokolade und weitere Snacks fast jeden Abend zu meinem Alltag. Nicht ein bisschen Naschen zwischendurch, sondern Mengen, bei denen mir heute durchaus bewusst ist, dass sie alles andere als gesund waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen habe ich Diabetes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein HbA1c-Wert war bei der Diagnose erheblich erh\u00f6ht. Dass meine damaligen Ern\u00e4hrungsgewohnheiten dazu beigetragen haben d\u00fcrften, erscheint mir sehr plausibel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich entsteht Typ-2-Diabetes nicht ausschlie\u00dflich dadurch, dass jemand zu viele S\u00fc\u00dfigkeiten isst. Genetische Veranlagung, K\u00f6rperfettverteilung, k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t, Insulinresistenz und weitere Faktoren spielen eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich muss mir auch nichts sch\u00f6nreden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute habe ich meine Ern\u00e4hrung grundlegend ver\u00e4ndert, besch\u00e4ftige mich intensiv mit N\u00e4hrwerten, reduziere meine Kohlenhydrataufnahme und treibe regelm\u00e4\u00dfig Sport.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines m\u00f6chte ich dabei ausdr\u00fccklich betonen: <strong>Meine Liebe zu S\u00fc\u00dfigkeiten ist deshalb nicht verschwunden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe lediglich gelernt, bewusster damit umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt kommt etwas Entscheidendes:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gezuckerte Getr\u00e4nke waren bei mir nie das eigentliche Problem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich trinke \u00fcberwiegend Wasser. Vielleicht gibt es sonntags mal einen Saft. Eine Steuer auf Limonaden und Energydrinks h\u00e4tte mein fr\u00fcheres Ern\u00e4hrungsverhalten wahrscheinlich \u00fcberhaupt nicht ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb finde ich eine Zuckersteuer auf Getr\u00e4nke nicht falsch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ich frage mich nur, warum wir ausgerechnet dort aufh\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die neue Zuckersteuer: Ein Anfang, aber keine Gesamtl\u00f6sung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den Pl\u00e4nen der Bundesregierung soll ab dem 1. Juli 2027 eine zweistufige Steuer auf bestimmte zuckerhaltige Getr\u00e4nke gelten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ab f\u00fcnf Gramm Zucker je 100 Milliliter: 26 Cent pro Liter.<\/li>\n\n\n\n<li>Ab acht Gramm Zucker je 100 Milliliter: 32 Cent pro Liter.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betroffen w\u00e4ren unter anderem Limonaden, Energydrinks, Eistees und bestimmte Fruchtnektare. Reine Fruchts\u00e4fte, Milch und verschiedene pflanzliche Drinks sollen dagegen ausgenommen bleiben. Auch kleinere Hersteller sollen unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahme erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das endg\u00fcltige Gesetzgebungsverfahren steht noch aus. [1, 2]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr 2028 rechnet die Bundesregierung mit Einnahmen von rund <strong>925 Millionen Euro j\u00e4hrlich<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die rund 83,5 Millionen Einwohner Deutschlands umgerechnet sind das etwa <strong>11 Euro pro Einwohner und Jahr<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Einnahmen sollen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung beitragen. Die Regierung verfolgt damit also ausdr\u00fccklich sowohl gesundheitspolitische als auch finanzielle Ziele.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und grunds\u00e4tzlich finde ich daran nichts Verwerfliches.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir mit einer Steuer den Zuckerkonsum reduzieren, langfristig Erkrankungen verhindern und gleichzeitig unser Gesundheitssystem entlasten k\u00f6nnen, ist das zun\u00e4chst einmal eine vern\u00fcnftige \u00dcberlegung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber schauen wir uns an, woher unser Zucker eigentlich stammt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">S\u00fc\u00dfigkeiten: Eine der gr\u00f6\u00dften Zuckerquellen wird verschont<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung, die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft haben 2018 gemeinsam Empfehlungen zum Zuckerkonsum ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darin werden folgende Anteile an der Aufnahme sogenannter <em>freier Zucker<\/em> in Deutschland genannt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>36 Prozent: S\u00fc\u00dfwaren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>26 Prozent: Fruchts\u00e4fte und Nektare<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>12 Prozent: Limonaden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Daten beruhen auf \u00e4lteren Verzehrerhebungen und sind keine aktuelle Bestandsaufnahme f\u00fcr 2026. Das ist wichtig, um diese Zahlen korrekt einzuordnen. [3]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem zeigen sie etwas Bemerkenswertes: S\u00fc\u00dfwaren waren in diesen Erhebungen die gr\u00f6\u00dfte der genannten Zuckerquellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei reden wir keineswegs ausschlie\u00dflich \u00fcber offensichtliche S\u00fc\u00dfigkeiten. Auch Fr\u00fchst\u00fcckscerealien, ges\u00fc\u00dfte Milchprodukte, Backwaren und andere verarbeitete Lebensmittel k\u00f6nnen erhebliche Mengen Zucker enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Untersuchung der Universit\u00e4t Bonn aus dem Jahr 2024 best\u00e4tigt, dass S\u00fc\u00dfigkeiten bei Kindern und Jugendlichen weiterhin eine wichtige Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die DONALD-Studie wurden 4.218 Ern\u00e4hrungsprotokolle von 751 Kindern und Jugendlichen aus den Jahren 2010 bis 2023 ausgewertet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar sank die Aufnahme freier Zucker im Untersuchungszeitraum, sie lag aber weiterhin \u00fcber den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forschenden stellten ausdr\u00fccklich die Frage, ob Ma\u00dfnahmen zur Zuckerreduktion k\u00fcnftig nicht auch S\u00fc\u00dfwaren st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen sollten. [4]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist f\u00fcr mich der entscheidende Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Meine Frage ist also keineswegs nur die pers\u00f6nliche Meinung eines Diabetikers. Sie wird auch in der Ern\u00e4hrungsforschung gestellt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und warum d\u00fcrfen Fruchts\u00e4fte weiterhin so viel Zucker enthalten?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle wird die politische Entscheidung f\u00fcr mich noch weniger nachvollziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reine Fruchts\u00e4fte sollen von der neuen Steuer ausgenommen bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei k\u00f6nnen sie \u00e4hnlich viel Zucker enthalten wie Limonaden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich gibt es Unterschiede. Fruchts\u00e4fte enthalten Vitamine, Mineralstoffe und sekund\u00e4re Pflanzenstoffe. Das ist durchaus positiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die Weltgesundheitsorganisation z\u00e4hlt den Zucker in Fruchts\u00e4ften dennoch zu den freien Zuckern, deren Aufnahme begrenzt werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zucker in ganzen, unverarbeiteten Fr\u00fcchten wird anders bewertet. Denn eine ganze Frucht enth\u00e4lt unter anderem ihre nat\u00fcrliche Zellstruktur und Ballaststoffe, die beim Entsaften weitgehend verloren gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann w\u00e4re da noch die Fruktose, der sogenannte Fruchtzucker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fruktose wird im K\u00f6rper anders verstoffwechselt als Glukose. Darm und Leber spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Zufuhr fruktosehaltiger Zucker kann insbesondere bei zus\u00e4tzlicher Energieaufnahme die Bildung und Einlagerung von Leberfett f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings w\u00e4re es wissenschaftlich falsch, zu behaupten, Fruktose werde grunds\u00e4tzlich direkt oder leichter in K\u00f6rperfett umgewandelt. Kontrollierte Untersuchungen zeigen, dass die Energiebilanz und die jeweilige Lebensmittelquelle entscheidend sind. [5]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gelegentliches Glas Fruchtsaft ist deshalb keineswegs automatisch sch\u00e4dlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber weshalb der Zucker in einem Getr\u00e4nk besteuert werden soll und in einem anderen nicht, verdient zumindest eine nachvollziehbare gesundheitspolitische Begr\u00fcndung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zumal eine deutsche Modellierungsstudie aus dem Jahr 2023 darauf hindeutet, dass die Einbeziehung von Fruchts\u00e4ften zus\u00e4tzliche gesundheitliche Vorteile bringen k\u00f6nnte. [6]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zucker \u2013 die legale Droge?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommen wir zur bewusst provokanten Frage aus meiner \u00dcberschrift.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist Zucker tats\u00e4chlich eine Droge?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kurze Antwort lautet: <strong>So einfach ist es nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Gehirn besitzt ein Belohnungssystem. Angenehme Erfahrungen \u2013 darunter auch der Genuss s\u00fc\u00dfer Lebensmittel \u2013 aktivieren neuronale Prozesse, die dazu beitragen k\u00f6nnen, dass wir bestimmte Verhaltensweisen wiederholen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir Menschen haben zudem eine teilweise angeborene Vorliebe f\u00fcr s\u00fc\u00dfen Geschmack.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sich Essgewohnheiten entwickeln, die sich nur schwer wieder ver\u00e4ndern lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer kennt nicht den Gedanken, eigentlich genug gegessen zu haben, und trotzdem noch einmal zur Schokolade zu greifen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Naschkatze ist mir dieses Verhalten durchaus vertraut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber daraus folgt nicht automatisch, dass Zucker eine Suchtdroge wie Nikotin ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wissenschaftliche \u00dcbersichtsarbeit von Westwater und Kollegen aus dem Jahr 2016 kam zu dem Ergebnis, dass die Belege f\u00fcr eine eigenst\u00e4ndige Zuckersucht beim Menschen nicht \u00fcberzeugend sind. Viele der h\u00e4ufig angef\u00fchrten Erkenntnisse stammen aus Tierversuchen, deren \u00dcbertragbarkeit begrenzt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Untersucht wird allerdings auch, ob bestimmte hochverarbeitete Lebensmittel sucht\u00e4hnliche Essmuster beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen. [7]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterscheidung ist wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Zigarette und ein St\u00fcck Schokolade sind gesundheitlich nicht gleichzusetzen. F\u00fcr Tabakrauchen gibt es kein gesundheitlich unbedenkliches Konsumniveau. Zucker hingegen kann in moderaten Mengen Bestandteil einer ausgewogenen Ern\u00e4hrung sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aber muss Zucker tats\u00e4chlich eine anerkannte Suchtdroge sein, bevor wir \u00fcber wirksame gesetzliche Ma\u00dfnahmen gegen \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konsum sprechen d\u00fcrfen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau deshalb lohnt sich der Vergleich mit Tabak.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tabaksteuer rauf \u2013 bei Zucker bleiben wir vorsichtig<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 15. Oktober 2026 beschloss der Deutsche Bundestag eine weitere stufenweise Erh\u00f6hung der Tabaksteuer. Die abschlie\u00dfende parlamentarische Umsetzung ist damit noch nicht in allen Schritten abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuen Steuers\u00e4tze sollen \u00fcber mehrere Jahre steigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der im Finanzausschuss \u00fcberarbeiteten Berechnung erwartet der Bund dadurch im Jahr 2030 zus\u00e4tzliche j\u00e4hrliche Steuereinnahmen von rund <strong>4,46 Milliarden Euro<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das entspricht rechnerisch etwa <strong>53 Euro pro Einwohner Deutschlands und Jahr<\/strong>. [8]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Tabaksteuer werden zwei Ziele offen verfolgt: zus\u00e4tzliche Staatseinnahmen und weniger Tabakkonsum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Forschung best\u00e4tigt grunds\u00e4tzlich, dass h\u00f6here Tabakpreise den Konsum reduzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich ist der Vergleich zwischen Tabak und Zucker nur begrenzt m\u00f6glich. Rauchen hat eine andere gesundheitliche Risikostruktur, und Lebensmittel sind f\u00fcr unser Leben unverzichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem gibt es eine Gemeinsamkeit:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In beiden F\u00e4llen kann der Staat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ver\u00e4ndern, um gesundheitlich erw\u00fcnschtes Verhalten zu f\u00f6rdern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Tabak akzeptieren wir das seit Jahrzehnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort greifen wir auch mit Werbebeschr\u00e4nkungen, Jugendschutz und weiteren gesetzlichen Regelungen ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum sollten wir bei besonders zuckerreichen Lebensmitteln nicht zumindest \u00e4hnlich konsequent \u00fcber geeignete Ma\u00dfnahmen nachdenken?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zwingend \u00fcber dieselben Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber \u00fcber denselben gesundheitspolitischen Anspruch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eigenverantwortung allein funktioniert offensichtlich nicht ausreichend<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Argument begegnet mir in solchen Diskussionen immer wieder:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeder Mensch sei schlie\u00dflich selbst daf\u00fcr verantwortlich, was er isst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, nat\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch ich trage Verantwortung f\u00fcr mein eigenes Ern\u00e4hrungsverhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wir sprechen hier \u00fcber ein gesellschaftliches Problem, nicht nur \u00fcber einzelne Personen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Robert Koch-Institut ver\u00f6ffentlichte 2025 Daten zur Entwicklung der Adipositas in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 2003 und 2023 stieg der Anteil Erwachsener mit Adipositas in den untersuchten Befragungsdaten von <strong>12,2 auf 19,7 Prozent<\/strong>. [9]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein erheblicher Anstieg innerhalb von zwei Jahrzehnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich daraus nicht ableiten, dass allein Zucker daf\u00fcr verantwortlich ist. Adipositas ist eine komplexe, multifaktoriell bedingte Erkrankung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die Zahlen zeigen, dass die bisherigen Bedingungen den Anstieg nicht verhindert haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir leben in einer Umgebung, in der kalorienreiche, stark beworbene Lebensmittel jederzeit verf\u00fcgbar sind. Die ges\u00fcndere Entscheidung ist keineswegs immer die g\u00fcnstigere, bequemere oder naheliegendste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann erwarten wir, dass Millionen Menschen dauerhaft allein durch Selbstdisziplin gegen diese Rahmenbedingungen ankommen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einzelne Menschen mag das funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber als alleinige Strategie f\u00fcr eine ganze Gesellschaft ist mir das entschieden zu wenig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn die Bedingungen gesundheitlich problematisches Verhalten beg\u00fcnstigen, sollten wir nicht ausschlie\u00dflich versuchen, die Menschen zu ver\u00e4ndern. Wir sollten auch die Bedingungen ver\u00e4ndern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist keine Abschaffung der Eigenverantwortung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist die Anerkennung, dass Menschen ihre Entscheidungen nicht unabh\u00e4ngig von ihrer Umwelt treffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was uns die Folgen von Adipositas und Diabetes kosten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und damit kommen wir zu einem besonders wichtigen Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir diskutieren h\u00e4ufig dar\u00fcber, welche wirtschaftlichen Nachteile eine Zuckersteuer oder andere gesetzliche Eingriffe verursachen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber was kostet es uns eigentlich, wenn wir nichts ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Adipositas und Diabetes k\u00f6nnen mit zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen verbunden sein: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganf\u00e4llen, Nierenerkrankungen, Nervensch\u00e4den und Stoffwechselst\u00f6rungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie k\u00f6nnen die Lebensqualit\u00e4t erheblich einschr\u00e4nken, langfristige Behandlungen erforderlich machen und im schlimmsten Fall die Lebenserwartung verk\u00fcrzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine im Oktober 2026 ver\u00f6ffentlichte deutsche Versorgungsstudie untersuchte dazu Daten von rund zehn Millionen gesetzlich Versicherten und rechnete ihre Ergebnisse auf Deutschland hoch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forschenden ermittelten f\u00fcr 2024 rund <strong>8,8 Milliarden Euro Behandlungskosten f\u00fcr untersuchte Folge- und Begleiterkrankungen, die statistisch der Adipositas zugerechnet wurden.<\/strong> [10]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um das greifbarer zu machen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei rund 83,6 Millionen Einwohnern im Jahr 2024 sind das rechnerisch <strong>105 Euro pro Einwohner und Jahr<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet selbstverst\u00e4ndlich nicht, dass jeder Mensch pers\u00f6nlich 105 Euro bezahlt. Es ist ein gesellschaftlicher Durchschnittswert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist auch: Die Summe ist weder eine vollst\u00e4ndige Kostenrechnung aller Folgen von Adipositas und Diabetes noch eine Sch\u00e4tzung dessen, was sich allein durch weniger Zucker einsparen lie\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem verdeutlicht sie die Dimension.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Milliardenbetr\u00e4ge erz\u00e4hlen nur einen Teil der Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter jeder chronischen Erkrankung steht ein Mensch. Jemand, der m\u00f6glicherweise Medikamente ben\u00f6tigt, mit Einschr\u00e4nkungen lebt, langfristig behandelt werden muss oder beruflich und privat weniger belastbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nicht jede dieser Erkrankungen w\u00e4re vermeidbar. Aber jede tats\u00e4chlich verhinderte Erkrankung bedeutet mehr als nur eingespartes Geld.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was k\u00f6nnten wir durch bessere Pr\u00e4vention einsparen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine 2023 in <em>PLOS Medicine<\/em> ver\u00f6ffentlichte Studie modellierte die m\u00f6glichen Folgen verschiedener Getr\u00e4nkesteuern in Deutschland f\u00fcr die Jahre 2023 bis 2043.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach untersuchtem Steuermodell k\u00f6nnten ungef\u00e4hr <strong>132.000 bis 244.000 Typ-2-Diabetesf\u00e4lle verhindert oder hinausgez\u00f6gert<\/strong> werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gesch\u00e4tzten gesamtgesellschaftlichen Einsparungen lagen bei rund <strong>9,6 bis 16 Milliarden Euro \u00fcber 20 Jahre<\/strong>. [6]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umgerechnet auf 83,5 Millionen Einwohner w\u00e4ren das:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>115 bis 192 Euro pro Einwohner \u00fcber 20 Jahre<\/strong>, also durchschnittlich etwa <strong>6 bis 10 Euro pro Einwohner und Jahr<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Betr\u00e4ge umfassen nicht nur Behandlungskosten, sondern je nach Modell auch weitere gesellschaftliche Kosten. Sie sind deshalb nicht mit den zuvor genannten 8,8 Milliarden Euro direkt vergleichbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und besonders wichtig: Das sind Modellprognosen, keine nachgewiesenen realen Einsparungen. Au\u00dferdem wurden andere Steuermodelle untersucht als der aktuelle deutsche Vorschlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch zeigen sie, dass Pr\u00e4vention nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich relevant sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch erneut stellt sich meine Frage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was k\u00f6nnten wir zus\u00e4tzlich erreichen, wenn wir nicht ausschlie\u00dflich Getr\u00e4nke betrachten w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mexiko zeigt, dass man auch S\u00fc\u00dfigkeiten besteuern kann<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mexiko f\u00fchrte bereits 2014 neben einer Steuer auf zuckerhaltige Getr\u00e4nke eine zus\u00e4tzliche Steuer von acht Prozent auf bestimmte besonders energiedichte Lebensmittel ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darunter fielen unter anderem S\u00fc\u00dfigkeiten, Schokolade, Eiscreme und salzige Snacks.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Untersuchung \u00fcber die ersten beiden Jahre ergab einen durchschnittlichen R\u00fcckgang der K\u00e4ufe besteuerter Lebensmittel um etwa <strong>sechs Prozent gegen\u00fcber der gesch\u00e4tzten Entwicklung ohne Steuer<\/strong>. [11]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist durchaus bemerkenswert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch hier d\u00fcrfen wir Ursache und Wirkung nicht zu stark vereinfachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weniger gekaufte Snacks bedeuten nicht automatisch entsprechend weniger Adipositas oder Diabetes. Menschen k\u00f6nnen auf andere Lebensmittel ausweichen. Au\u00dferdem beeinflussen zahlreiche weitere Faktoren die Ern\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch zeigt Mexiko, dass eine Besteuerung jenseits von Getr\u00e4nken praktisch m\u00f6glich ist und das Kaufverhalten ver\u00e4ndern kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gro\u00df die langfristigen gesundheitlichen und finanziellen Vorteile einer vergleichbaren Regelung in Deutschland w\u00e4ren, m\u00fcsste gesondert untersucht werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und was ist mit den Unternehmen und Arbeitspl\u00e4tzen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle m\u00f6chte ich eine Gegenposition ausdr\u00fccklich ernst nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn mir ist bewusst, dass umfassendere gesetzliche Vorgaben wirtschaftliche Konsequenzen haben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Staat den Konsum bestimmter Lebensmittel gezielt reduzieren m\u00f6chte, k\u00f6nnten Hersteller Umsatzeinbu\u00dfen erleiden. H\u00e4ndler, Zulieferer und kleinere Betriebe w\u00e4ren m\u00f6glicherweise ebenfalls betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen m\u00fcssten ihre Rezepturen ver\u00e4ndern, Produktionsprozesse anpassen oder neue Produkte entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kostet Geld.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und im ung\u00fcnstigsten Fall k\u00f6nnten dadurch auch Arbeitspl\u00e4tze oder einzelne Unternehmen gef\u00e4hrdet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Sorgen sind legitim.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings sollten wir auch hier auf die Forschung schauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Untersuchung aus Mexiko fand nach Einf\u00fchrung der dortigen Getr\u00e4nke- und Lebensmittelsteuern keine statistisch signifikanten Besch\u00e4ftigungsverluste in den untersuchten Produktionsbranchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine breitere wissenschaftliche \u00dcbersicht zu den wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Steuern zeigt dagegen ein uneinheitliches Bild: W\u00e4hrend einige Modellrechnungen Arbeitsplatzverluste vorhersagten, konnten andere Untersuchungen solche Effekte nicht nachweisen. [12, 13]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bisherigen Daten rechtfertigen also weder die Behauptung, eine erweiterte Zuckersteuer w\u00fcrde massenhaft Arbeitspl\u00e4tze vernichten, noch das Versprechen, wirtschaftliche Nachteile seien ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen sie untersuchen und bei der Gesetzgebung ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber daraus ergibt sich f\u00fcr mich eine viel grunds\u00e4tzlichere Frage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wollen wir Konsum und wirtschaftliches Wachstum wirklich um jeden Preis sch\u00fctzen? Selbst dann, wenn damit erhebliche gesundheitliche Belastungen f\u00fcr unsere Gesellschaft verbunden sind?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte unsere Marktwirtschaft keineswegs abschaffen oder Unternehmen pauschal zum Feind erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch in einer sozialen Marktwirtschaft sollten wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung miteinander vereinbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schutz von Arbeitspl\u00e4tzen ist wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schutz menschlicher Gesundheit ebenfalls.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das sollte kein unaufl\u00f6sbarer Widerspruch sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vielleicht brauchen wir gar keine weitere Steuer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je l\u00e4nger ich mich mit diesem Thema besch\u00e4ftige, desto mehr frage ich mich allerdings, ob eine Steuer \u00fcberhaupt das einzige oder beste Instrument ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum setzen wir nicht viel st\u00e4rker auf verbindliche Vorgaben f\u00fcr die Zusammensetzung von Lebensmitteln?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispielsweise k\u00f6nnten gesetzliche Zuckerobergrenzen f\u00fcr bestimmte Produktgruppen festgelegt oder schrittweise abgesenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich w\u00e4re ein pauschaler Grenzwert f\u00fcr s\u00e4mtliche Lebensmittel unsinnig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zucker beeinflusst nicht nur den Geschmack, sondern teilweise auch Konsistenz, Haltbarkeit und Produkteigenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb br\u00e4uchten wir wissenschaftlich begr\u00fcndete, technisch erreichbare und nach Produktgruppen abgestufte Regelungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass so etwas grunds\u00e4tzlich untersucht werden kann, zeigt das Max Rubner-Institut. Es schlug 2025 unter anderem Reduktionsziele von 15 Prozent f\u00fcr Cola- und Colamischgetr\u00e4nke sowie zehn Prozent f\u00fcr bestimmte Kuchen- und Kekssorten vor. [14]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sind bislang vorgeschlagene Ziele und keine gesetzlichen Obergrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wissenschaftliche Untersuchungen zu verbindlichen Rezeptur\u00e4nderungen liefern interessante Hinweise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine \u00dcbersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 fand, dass verpflichtende Ma\u00dfnahmen insgesamt erfolgreicher waren als freiwillige Vereinbarungen. Allerdings bezogen sich die meisten verbindlichen Regelungen auf Salz und industrielle Transfette. Die Erkenntnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf Zucker \u00fcbertragen. [15]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien bietet einen weiteren interessanten Vergleich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort sollte die Lebensmittelindustrie den Zuckergehalt bestimmter Lebensmittel freiwillig um 20 Prozent reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 2015 und 2020 sank der verkaufsgewichtete durchschnittliche Zuckergehalt der erfassten Lebensmittel jedoch nur um etwa 3,5 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den von der britischen Getr\u00e4nkesteuer erfassten Erfrischungsgetr\u00e4nken ging der entsprechende Zuckergehalt im selben Zeitraum dagegen um rund 46 Prozent zur\u00fcck. [16]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ergebnisse sind nicht direkt vergleichbar, denn es handelt sich um unterschiedliche Produktgruppen und Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch liefern sie einen wichtigen Hinweis: <strong>Wie verbindlich und wirtschaftlich wirksam Vorgaben sind, kann f\u00fcr die Reaktion der Hersteller entscheidend sein.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum also nicht zus\u00e4tzlich verbindliche, schrittweise Reduktionsziele f\u00fcr geeignete Lebensmittel pr\u00fcfen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit w\u00fcrden wir nicht nur versuchen, Menschen durch h\u00f6here Preise von bestimmten Produkten abzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnten das Angebot selbst ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei m\u00fcsste selbstverst\u00e4ndlich verhindert werden, dass Hersteller lediglich Zucker gegen andere problematische Zutaten austauschen, ohne die ern\u00e4hrungsphysiologische Qualit\u00e4t zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau deshalb halte ich eine wissenschaftlich begleitete Regulierung f\u00fcr so interessant.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spielt die Lebensmittellobby eine Rolle?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich darf auch die Frage nach wirtschaftlichen Interessen nicht fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass sich Lebensmittel- und Zuckerindustrie gegen zus\u00e4tzliche Steuern einsetzen, ist dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im offiziellen Lobbyregister des Deutschen Bundestages findet sich beispielsweise ein Regelungsvorhaben des Vereins der Zuckerindustrie mit dem ausdr\u00fccklichen Ziel, eine Zuckersteuer abzulehnen. Entsprechende Stellungnahmen wurden im April 2026 an die Bundesregierung und Bundestagsabgeordnete verschickt. [17]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist legitime Interessenvertretung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber sie ist eben auch eine Interessenvertretung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Position eines Branchenverbandes ist nicht automatisch identisch mit dem gesellschaftlichen Interesse an m\u00f6glichst wirksamer Gesundheitspr\u00e4vention.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genauso wenig beweist die Existenz solcher Lobbyarbeit, dass die aktuelle Beschr\u00e4nkung der Zuckersteuer auf Getr\u00e4nke durch diese Verb\u00e4nde verursacht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Vorwurf k\u00f6nnte man ohne weitere Belege nicht seri\u00f6s erheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die Frage bleibt berechtigt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welchen Einfluss haben wirtschaftliche Interessen auf die Entscheidung, welche Lebensmittel reguliert werden und welche nicht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier w\u00fcrde ich mir vor allem mehr Transparenz w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels sein<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine letzte \u00dcberlegung ist mir besonders wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir ungesunde Lebensmittel lediglich verteuern, treffen wir damit m\u00f6glicherweise gerade Menschen mit geringem Einkommen besonders stark.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann nicht das Ziel einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb halte ich es f\u00fcr notwendig, \u00fcber Steuern hinauszudenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gesunde Grundnahrungsmittel sollten g\u00fcnstiger und leichter zug\u00e4nglich werden. Ern\u00e4hrungsbildung m\u00fcsste gest\u00e4rkt, Lebensmittelwerbung gegen\u00fcber Kindern kritisch reguliert und die Wirkung gesetzlicher Ma\u00dfnahmen unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Steuern auf gesundheitlich problematische Produkte gemeinsam mit finanziellen Anreizen f\u00fcr eine ges\u00fcndere Ern\u00e4hrung zu betrachten. [18]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich w\u00e4re das der wesentlich bessere Weg:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht ausschlie\u00dflich ungesunde Ern\u00e4hrung verteuern, sondern gesunde Ern\u00e4hrung gleichzeitig erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nicht nur darauf hoffen, dass jeder Einzelne die richtigen Entscheidungen trifft, sondern Rahmenbedingungen schaffen, unter denen diese Entscheidungen tats\u00e4chlich einfacher werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mein Fazit: Wie viel ist uns unsere Gesundheit wirklich wert?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin eine Naschkatze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich liebe S\u00fc\u00dfigkeiten. Und ich werde ganz sicher auch weiterhin gelegentlich welche essen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte niemandem Schokolade, Weingummi oder ein St\u00fcck Kuchen verbieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich habe durch meine Diabetesdiagnose erfahren, wie wichtig es ist, das eigene Ern\u00e4hrungsverhalten ernst zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ich frage mich, warum wir als Gesellschaft nicht ebenso konsequent \u00fcber die Bedingungen sprechen, unter denen dieses Ern\u00e4hrungsverhalten entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die geplante Zuckergetr\u00e4nkesteuer halte ich grunds\u00e4tzlich f\u00fcr einen richtigen Schritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber sie ist eben nur ein Schritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">S\u00fc\u00dfigkeiten und andere zuckerreiche Lebensmittel bleiben au\u00dfen vor. F\u00fcr reine Fruchts\u00e4fte sind Ausnahmen vorgesehen. Und ob wir mit freiwilligen Vereinbarungen tats\u00e4chlich gen\u00fcgend erreichen, darf nach den bisherigen Erfahrungen bezweifelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei sprechen wir nicht nur \u00fcber pers\u00f6nlichen Genuss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sprechen \u00fcber chronische Erkrankungen, vermeidbares Leid, wirtschaftliche Interessen und Milliardenbetr\u00e4ge, die unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft belasten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich ist nicht jede Erkrankung durch eine andere Ern\u00e4hrung vermeidbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und selbstverst\u00e4ndlich wird auch eine noch so umfassende Zuckersteuer nicht s\u00e4mtliche Probleme l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber daraus kann doch nicht folgen, dass wir uns mit einer m\u00f6glichst kleinen Ma\u00dfnahme zufriedengeben sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum untersuchen wir nicht ernsthaft, ob eine umfassendere Besteuerung, verbindliche Zuckerreduktionsziele und eine bessere F\u00f6rderung gesunder Lebensmittel gemeinsam mehr erreichen k\u00f6nnten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist eine zus\u00e4tzliche Steuer tats\u00e4chlich sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht sind verbindliche Rezepturvorgaben das bessere Mittel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht brauchen wir beides.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vielleicht m\u00fcssen wir dar\u00fcber hinaus noch sehr viel st\u00e4rker \u00fcber unsere gesamte Ern\u00e4hrungsumgebung sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ich allerdings nicht akzeptieren m\u00f6chte, ist die Vorstellung, dass wirtschaftliche Interessen automatisch schwerer wiegen sollten als die Gesundheit der Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen Unternehmen und ihre Besch\u00e4ftigten ber\u00fccksichtigen. Aber ebenso die Menschen, die an ern\u00e4hrungsmitbedingten Erkrankungen leiden, und diejenigen, die deren Folgen finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die entscheidende Frage ist f\u00fcr mich deshalb nicht, ob sich unsere Gesellschaft eine wirksamere Ern\u00e4hrungspolitik leisten kann.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sondern ob wir es uns langfristig leisten wollen, darauf zu verzichten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellenverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wissenschaftliche Studien, amtliche Ver\u00f6ffentlichungen und politische Dokumente. Stand der politischen Angaben: 16. Oktober 2026.<\/em><\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/zuckergetraenkesteuer-2457018\">Bundesregierung (2026): Zuckergetr\u00e4nkesteuer soll Gesundheitssystem entlasten<\/a>. Erg\u00e4nzend: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/zuckersteuer-bundesregierung-einigung-100.html\">tagesschau, 14.10.2026<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2026\/06\/PD26_203_124.html\">Statistisches Bundesamt (2026): Bev\u00f6lkerungsentwicklung Deutschlands 2025<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.dge.de\/fileadmin\/dok\/wissenschaft\/stellungnahmen\/Konsensuspapier_Zucker_DAG_DDG_DGE_2018.pdf\">DGE, DDG und DAG (2018): Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00394-024-03456-1\">Perrar et al. (2024): Intake of free sugar among children and adolescents in Germany declines \u2013 current results of the DONALD study<\/a>. <em>European Journal of Nutrition<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/nu14142846\">Chiavaroli et al. (2022): Important Food Sources of Fructose-Containing Sugars and Non-Alcoholic Fatty Liver Disease<\/a>. <em>Nutrients<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1371\/journal.pmed.1004311\">Emmert-Fees et al. (2023): Projected health and economic impacts of sugar-sweetened beverage taxation in Germany<\/a>. <em>PLOS Medicine<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00394-016-1229-6\">Westwater, Fletcher und Ziauddeen (2016): Sugar addiction \u2013 the state of the science<\/a>. <em>European Journal of Nutrition<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2026\/kw42-de-tabaksteuer-1224154\">Deutscher Bundestag (15.10.2026): Bundestag beschlie\u00dft Erh\u00f6hung der Tabaksteuer<\/a>. Erg\u00e4nzend: <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/kurzmeldungen-1224762\">aktualisierte Einnahmeprognosen des Finanzausschusses<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.gbe.rki.de\/SharedDocs\/Publikationen\/DE\/Starker-2025-Adipositas-Rauchen-Erwachsene-Deutschland-2003-2023.html\">Robert Koch-Institut (2025): Verbreitung von Adipositas und Rauchen bei Erwachsenen in Deutschland \u2013 Entwicklung von 2003 bis 2023<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.monitor-versorgungsforschung.de\/abstract\/adipositas-in-deutschland-administrative-praevalenz-komorbiditaeten-mortalitaet-und-behandlungskosten-2\/\">Nguyen, Marschall und Tisch (2026): Adipositas in Deutschland \u2013 administrative Pr\u00e4valenz, Komorbidit\u00e4ten, Mortalit\u00e4t und Behandlungskosten<\/a>. <em>Monitor Versorgungsforschung<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/28729195\/\">Taillie et al. (2017): Two-year evaluation of Mexico&#8217;s 8% nonessential food tax<\/a>. <em>Preventive Medicine<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/28890354\/\">Guerrero-L\u00f3pez et al. (2017): Employment changes associated with the introduction of taxes on sugar-sweetened beverages and nonessential energy-dense food in Mexico<\/a>. <em>Preventive Medicine<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/32062400\/\">Systematische \u00dcbersichtsarbeit (2020): The macroeconomic impacts of diet-related fiscal policy for NCD prevention<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.mri.bund.de\/de\/presse\/pressemitteilungen\/presse-einzelansicht\/reduktionsziele-fuer-zucker-fett-und-salz\/\">Max Rubner-Institut (2025): Reduktionsziele f\u00fcr Zucker, Fett und Salz<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/40518854\/\">Gressier et al. (2025): The effectiveness of mandatory v. voluntary food reformulation policies \u2013 a rapid review<\/a>. <em>British Journal of Nutrition<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/sugar-reduction-programme-industry-progress-2015-to-2020\">UK Office for Health Improvement and Disparities (2022): Sugar reduction programme \u2013 industry progress 2015 to 2020<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.lobbyregister.bundestag.de\/inhalte-der-interessenvertretung\/regelungsvorhabensuche\/RV0024655\/520076\">Lobbyregister des Deutschen Bundestages (2026): Verein der Zuckerindustrie \u2013 Ablehnung einer Zuckersteuer<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/9789240091016\">World Health Organization (2024): Fiscal policies to promote healthy diets \u2013 WHO guideline<\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Hinweis zu den Zahlen:<\/em> Die angegebenen Pro-Kopf-Betr\u00e4ge sind eigene, gerundete Berechnungen auf Basis amtlicher Bev\u00f6lkerungszahlen. Wissenschaftliche Modellierungen, beobachtete Konsumver\u00e4nderungen und nachgewiesene Behandlungskosten wurden bewusst getrennt dargestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tabak wird teurer, doch die geplante Zuckersteuer soll nur bestimmte Getr\u00e4nke treffen. Als Diabetiker und bekennende Naschkatze hinterfrage ich diese Entscheidung \u2013 mit Studien zu Zuckerkonsum, Gesundheitskosten und m\u00f6glichen Alternativen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":376,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"Warum besteuert Deutschland Getr\u00e4nke mit Zucker, aber keine S\u00fc\u00dfigkeiten? 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