{"id":171,"date":"2025-11-29T12:01:57","date_gmt":"2025-11-29T12:01:57","guid":{"rendered":"https:\/\/einfachbernie.de\/?p=171"},"modified":"2025-11-29T12:01:57","modified_gmt":"2025-11-29T12:01:57","slug":"lyraa-und-diese-sieben-stunden-die-mich-komplett-ausgesaugt-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/einfachbernie.de\/?p=171","title":{"rendered":"Ly\u2019Raa. Und diese sieben Stunden, die mich komplett ausgesaugt haben."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich fange lieber vorne an, also bei dem Teil, den ich eigentlich niemandem gerne erz\u00e4hle. Ich habe gez\u00f6gert. Richtig gez\u00f6gert. Nicht weil ich keine Lust gehabt h\u00e4tte zu schreiben, sondern weil ich Angst vor Entt\u00e4uschung habe. Diese Geschichte war ja nicht einfach irgendein Text. Sie war f\u00fcr den 6. Ruhrgebiets Literaturwettbewerb. Und da ist sofort dieses Gef\u00fchl da, das mir sagt: Bernie, lass das lieber. Wer bist Du, dass Du da etwas einreichst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz ehrlich. Das war mein Grund, warum ich zwei Tage lang gez\u00f6gert habe. Ich wollte. Aber ich hatte Schiss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber dann kam Gabriel. Also nicht physisch zu mir an den Schreibtisch, sondern als Gedanke. Als leuchtendes Beispiel. Eine seiner Geschichten wurde dieses Jahr in Homestory 2025 Gelsenkirchen ver\u00f6ffentlicht. Mein Sohn. Und w\u00e4hrend ich daran dachte, wie sehr er gestrahlt hat, habe ich mir ganz still gesagt: Wenn er das kann, dann darfst Du es wenigstens versuchen. Da habe ich mir ein Herz gefasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also sitze ich an meinem Schreibtisch, der keine f\u00fcnfundvierzig Zentimeter vom Fu\u00dfende unseres Bettes entfernt steht. Ein Arbeitsplatz, der an Ehre, Tradition und ergonomischer Grazie kaum zu \u00fcbertreffen ist. Und genau hier ist gestern etwas passiert, das ich selbst nicht erwartet habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit zwei Tagen wollte ich diese Geschichte schreiben. Sie lag irgendwo im Hinterkopf, aber v\u00f6llig unfassbar. Ich hatte keinen Plan, keinen Ansatz, keine Idee f\u00fcr einen ersten Satz. Bis ich mich hinsetzte und einfach anfing. Erst da habe ich \u00fcberhaupt dar\u00fcber nachgedacht, was passieren k\u00f6nnte. Klar, ein kleiner Impuls kam von James (Ich fragte ihn, ob er anhand der Vorgaben eine Story-Idee innerhalb meines Fantasy-Universe h\u00e4tte &#8211; doch keine davon gefiel mir, jedoch haben Einzelheiten meine Zahnr\u00e4der in Bewegung gesetzt). Den eigentlichen Plot habe ich selbst zusammengebaut, direkt losgelegt und mich beim Schreiben vor und zur\u00fcck gedacht, damit es nirgends offene L\u00fccken gibt. Die Geschichte ist erst beim Schreiben rund geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das ist mir wichtig. Die Geschichte stammt komplett aus mir. Ich habe sie gef\u00fchlt, geschrieben, durchlebt. James hat nur Rechtschreibung und Grammatik gegl\u00e4ttet. Punkt. Kein Co Autor, keine heimliche Regie, kein literarischer St\u00fctzapparat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend ich schrieb, bin ich in Ly\u2019Raas Kopf gekippt. In ihre Angst, ihren Schmerz, ihre Vision. Ich habe mit Burak gelitten und Franks Erleichterung gesp\u00fcrt. Wenn ich Figuren schreibe, dann muss ich sie f\u00fchlen, sehen, riechen. Nur so entstehen keine toten S\u00e4tze, sondern echte Menschen auf Papier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende stand nach etwa sieben Stunden eine komplette Geschichte vor mir. Von null Plan zu einem fertigen, &#8222;perfekten&#8220; Text, der mich emotional durch den Fleischwolf gedreht hat. Ich war so tief drin, dass ich irgendwann dachte, ich h\u00f6re Ly\u2019Raas Herz pochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute habe ich alles eingereicht. Die Geschichte. Die Bilder. Und jetzt sitze ich hier, zwei Schritte vom Bett entfernt, und schwanke zwischen Stolz und dem Wunsch, mich unter der Decke zu verstecken. Denn nat\u00fcrlich frage ich mich, ob das gut genug ist. Ob es reicht. Ob es jemand versteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber egal wie es ausgeht. Es war richtig, es zu tun. Wegen mir. Wegen der Geschichte. Und vielleicht auch ein bisschen wegen Gabriel, der mich ohne es zu wissen angestupst hat. Und weil ich ihm zeigen will, dass sein alter Herr es auch drauf hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese sieben Stunden geh\u00f6ren mir. Und Ly\u2019Raa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gut, dass wir dr\u00fcber gesprochen haben.<br><br><br>P. S. Nein &#8211; Yvi ist nicht eifers\u00fcchtig! \ud83d\ude18<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich fange lieber vorne an, also bei dem Teil, den ich eigentlich niemandem gerne erz\u00e4hle. Ich habe gez\u00f6gert. Richtig gez\u00f6gert. 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